Was sind Legierungen?
Eine Legierung ist eine Mischung von mehreren Metallen. Für
Schmuckzwecke wird dabei ein Edelmetall mit einem weiteren
Edelmetall, aber auch mit unedlen Metallen wie Stahl oder Kupfer "legiert".
Warum wird ein Edelmetall “legiert”?
Edelmetalle werden legiert, weil man bestimmte Eigenschaften
wünscht, die das reine Edelmetall nicht hat: Legierungen
erhöhen beispielsweise die Härte, die Widerstandsfähigkeit
gegen Kratzer, machen ein Edelmetall besser bearbeitbar oder
verändern die Farbe.
Welchen Edelmetallanteil hat ein Schmuckstück oder
Gerät?
Die Edelmetallanteile werden in Tausendstel Teilen angegeben.
Jedes Schmuckstück, jeder Gegenstand aus Edelmetall trägt
einen Stempel mit drei Zahlen, z.B. "750". Sie bezeichnen
den Anteil Edelmetall pro tausend Teile Gesamtgewicht. Diese
Zahl nennt man den "Feingehalt". Je höher die
Feingehaltsangabe, desto wertvoller ist der Gegenstand.
Welche Stempel trägt
ein Edelmetallgegenstand?
Neben der Feingehaltsangabe sind Edelmetallwaren mit einer
Verantwortlichkeitsmarke bezeichnet. Die Verantwortlichkeitsmarke
ist eine beim Zentralamt für Edelmetallkontrolle hinterlegte
Fabrik- und Handelsmarke. Sie ist am ehesten mit einer Unterschrift
zu vergleichen: Wer seine Verantwortlichkeitsmarke auf seinem
Schmuckstück anbringt, übernimmt die Verantwortung
für die Zusammensetzung.
Gold
Gold ist in den Augen vieler Menschen das wertvollste aller
Edelmetalle. Immerhin galt Gold früher als Symbol der
Könige, war Zeichen von Macht und Würde. Zudem wurde
Gold als Zahlungsmittel verwendet. Die Stabilität des
Schweizer Frankens gründet auch heute noch auf den Goldreserven
in den Tresoren der Schweizer Nationalbank.
Um zu wissen wie wertvoll das Gold eines Schmuckstückes
ist, liefert die Feingehaltsangabe in Tausendsteln einen wichtigen
Anhaltspunkt. Daneben kommen noch weitere Faktoren dazu: Gewicht,
Verarbeitung, Gestaltung und vieles mehr.
Goldlegierung für Schmuckwaren

Platin
Platin ist das Edelmetall, das zur Zeit auf dem Markt die
höchsten Preise erzielt. Sein Wert liegt noch über
dem des Goldes. Platin wird wegen seiner besonderen Eigenschaften
in der Schmuckgestaltung immer dann verwendet, wenn Gegenstände
besonderen Beanspruchungen ausgesetzt werden, wenn sie besonders
kostbar sind oder wenn feinste Arbeiten gefordert sind. Platin
hat sich heute auch für Avantgarde-Schmuck durchgesetzt.
Da die niedrigste zulässige Legierung immer noch 850
Tausendstel Platin aufweist, ist ein Platingegenstand in jedem
Fall besonders wertvoll.
Platinlegierung für Schmuckwaren

Palladium
Palladium ist ein Edelmetall der Platingruppe. Weitere "Platingruppenmetalle" sind
neben dem Platin selbst Rhodium, Iridium, Ruthenium und Osmium.
Sie haben in der Schmuckbranche praktisch keine Bedeutung.
Von Auge ist Palladium praktisch nicht von Platin zu unterscheiden.
Allerdings ist es um einiges leichter. Palladium sieht zwar ähnlich
aus wie Platin, wird jedoch nur zu rund 1/3 des Preises auf
dem Weltmarkt gehandelt. Schmuck aus Palladium eignet sich
daher als preisgünstigere Alternative zu Platin.
Palladiumlegierung für Schmuckwaren

Silber
Silber hat von allen Edelmetallen den höchsten Reflexionsgrad.
Es ist das hellste, das "weisseste" aller Edelmetalle.
Da Silber relativ häufig vorkommt, findet es für
grössere und hochwertige Gegenstände Verwendung:
für Besteck, für Service-Teile oder für Ziergegenstände.
Silber oxydiert leicht. Zusammen mit dem Schwefelstoff der
Luft bildet sich ein schwärzlicher Belag, der durch Putzen
entfernt werden muss. Gelegentlich wird diese Eigenschaft des
Silbers von Schmuckgestaltern bewusst eingesetzt, um spezielle
Effekte zu erzielen.
Silberlegierung für Schmuckwaren

Gesetzliche Vorschriften (Edelmetallkontrolle)
Allgemeines
Seit alters her gelten Gold und Silber als besonders kostbar.
Münzen aber eben-falls Schmuck und Geschmeide, werden
seit der Antike bevorzugt aus diesen edlen Metallen hergestellt,
in jüngerer Zeit auch aus Platin oder Palladium. Dies
verlockt jedoch Betrüger immer wieder dazu, billige Fälschungen
herzustellen und zu versuchen, diese Unwissenden und Leichtgläubigen
für teures Geld anzudrehen.
Um diesen Fälschern auf die Schliche zu kommen, bzw.
dem Betrug vorzubeugen, wird die Edelmetallkontrolle seit Jahrhunderten
in den meisten europäischen und vielen aussereuropäischen
Ländern praktiziert. Ursprünglich zur Überprüfung
des Edelmetallgehalts in Gold- und Silbermünzen ins
Leben gerufen, wird sie heute hauptsächlich für
Schmuck-, Schmiedewaren und Uhrgehäuse angewandt.
Bei der Tätigkeit der Edelmetallkontrolle geht es aber
nicht nur darum, den Konsumenten vor minderwertiger Ware zu
schützen. Ebenso wichtig ist es, den Fabrikanten vor
unlauterer Konkurrenz zu bewahren.
Um diesen Zielen gerecht zu werden, hat jedes Land seinen
Traditionen und lo-kalen Besonderheiten entsprechend eigene
Edelmetallkontroll-Vorschriften
mit eigenen Feingehalten, eigenen technischen Erfordernissen
und eigenen Untersu-chungsmethoden entwickelt. Einige Länder
kennen die obligatorische amtliche Kontrolle und Punzierung
sämtlicher Edelmetallwaren, andere haben ein freiwilliges
Punzierungssystem und wieder andere verlangen lediglich
eine Bezeichnung der Waren durch den Fabrikanten.
Internationale
Normung
All die unzähligen, verschiedenartigen technischen und
gesetzlichen Erfordernisse erschweren nicht nur den grenzüberschreitenden
Verkehr mit Edelmetallwaren, sondern machen es für den
Laien und selbst für den Fachmann fast unmöglich,
Legales von Illegalem zu unterscheiden.
Obwohl der Versuch der Europäischen Union, einheitliche
Edelmetallkontroll-Vorschriften für alle Mitgliedländer
zu erlassen, heute als gescheitert erklärt werden muss,
haben die Bemühungen um ein gemeinsames Gesetz dennoch
dazu geführt, dass sich internationale Normenkommissionen
intensiv mit den Rahmenbedingungen auf dem Edelmetallsektor
befassten mussten.
So gibt es neben den genormten Feingehalten eine ganze Reihe
technischer Erfordernisse, für die
ein Konsens gefunden werden konnte. Um insbesondere die unlautere
Konkurrenz auszuschliessen, genügt es nämlich nicht,
lediglich Minimalfeingehalte vorzuschreiben, ebenso wichtig
sind Richtlinien über Feingehaltstoleranzen, Überzüge,
zusammengesetzte oder hohle Waren, erlaubte und nicht erlaubte
Teile aus unedlem Metall usw. usf.
Allerdings haben die erzielten Resultate keinen verbindlichen
gesetzlichen Charakter, es steht jedem Land frei, ob überhaupt
und wann es diese internationalen Normen in seine nationalen
Gesetze einbauen will.
Schweizerisches Edelmetallkontroll-Gesetz
Die wichtigsten gesetzlichen Vorschriften
Die schweizerischen - auch für Liechtenstein verbindlichen
- gesetzlichen Vorschriften werden von Zeit zu Zeit den
internationalen, den wirtschaftlichen und den technischen Bedürfnissen
angepasst. Der nachfolgende Text, der nur gerade die wichtigsten
Bestimmungen in vereinfachter Form enthält, entspricht
dem Stand von 2005. Detailliertere oder neuste Informationen über
die schweizerische Edelmetallkontrolle sind im Internet unter
www.swissassay.ch abrufbar
oder können beim Zentralamt
für Edelmetallkontrolle, Oberzolldirektion, 3003 Bern
angefordert werden.
Wissenswertes zu den Bezeichungen und Normen
Wissenswertes
über die gesetzlichen Vorschriften, hilfreiche Abbildungen
zu den verschiedenen internationenalen Bezeichungnen
und Normen der verschiedenen Metallwaren finden Sie hier
zum Herunterladen als
PDF.
Edelmetallkontrolle: Schmuck, Edelsteine und Uhren (PDF 288KB)
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